Stolzer Chef: André Maurer mit einer LED-Strassenlampe.

Das Stadtberner Unternehmen Asetronics beliefert den Kanton Bern mit neuartigen LED-Strassenlampen. Diese sind mit Sensoren ausgestattet, welche das Licht herunterdimmen, wenn es keinen Verkehr gibt.

Neue Technologien ergeben neue Chancen. Das zeigt diese Geschichte über eine so profane Sache wie Strassenbeleuchtung. Die Chance genutzt hat die Firma Asetronics in der Bodenweid in Bümpliz.

Die Fabrikhallen des Unternehmens befinden sich im riesigen ehemaligen Ascom-Gebäude beim Bahnhof Bümpliz-Süd. Darin stellt ein Teil der 200 Mitarbeitende des Unternehmens derzeit Lampen für die Strassen des Kantons Bern her. Der Kanton hat dem Unternehmen im vergangenen Jahr den Auftrag für die Herstellung von 3500 Strassenlampen erteilt. Das Auftragsvolumen beträgt 2,5 Millionen Franken. «Viele unserer Maschinen laufen rund um die Uhr», sagt Geschäftsleiter André Maurer in einer Werkhalle. Ein bis zwei Mitarbeiter überwachen jeweils eine Handvoll Maschinen. «In China und anderen Tieflohnländern setzen sie für die gleiche Aufgabe ein Vielfaches an Mitarbeitern ein. Dank dem hohen Automatisierungsgrad ist es möglich, dass wir zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren», erklärt der Firmenchef. Die Maschinen stellen die Elektronik und die Module für Leuchtdioden (LED) her. Sind sie fertig produziert, werden sie in die Montagehalle gebracht, wo sie in die eingekauften Gehäuse aus Metall eingebaut werden.

Die intelligente Steuerung

Der Kanton hat im Ausschreibungsverfahren ein Produkt verlangt, «Licht nach Bedarf» funktioniert. Jede Leuchte verfügt über einen Sensor. Ermittelt dieser keine Autos oder Personen in seiner Nähe, wird die Lichtstärke auf 10 bis 20 Prozent reduziert. Fährt ein Fahrzeug oder bewegt sich eine Person in den Bereich der Strassenleuchte, werden diese und die drei nächsten Lampen sofort heller gestellt. «So wird der Stromverbrauch nochmals stark reduziert», erklärt Maurer. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Natriumdampfleuchte liege der Stromverbrauch bei etwa noch 10 bis 20 Prozent.

Firmenchef André Maurer und Verkaufsleiter André Todt sehen im Geschäft mit den Strassenlampen noch viel Potenzial. «Der Kanton Bern hat erst ein Fünftel seines Strassennetzes mit den Leuchten von Asetronics ausgerüstet. Wir gehen davon aus, dass weitere Ausschreibungen folgen werden», sagt Todt (siehe Text unten). Potenzielle Kunden sind für Asetronics auch die Gemeinden, welche zum Teil sehr umfangreiche Strassennetze unterhalten. «Führt die Kantonsstrasse, an der unsere Leuchten montiert werden, durch ein Dorf, kommen wir immer mit den zuständigen Gemeindebehörden in Kontakt. Diese Gespräche wollen wir nutzen, um auf unsere LED-Leuchten aufmerksam zu machen», sagt Todt. Doch er sei sich bewusst, dass nicht jede Gemeinde über das nötige Budget für einen solchen Kauf verfüge, betont er. Darüber hinaus möchte die Asetronics-Spitze die Lampen auch an andere Kantone verkaufen. Entsprechend aufmerksam konsultieren die zuständigen Mitarbeiter die einschlägigen Plattformen des öffentlichen Beschaffungswesens.

LED Leuchten für Porsche

Die Strassenlampen sind nur ein Standbein von Asetronics. Rund 70 Prozent des Jahresumsatzes von 60 Millionen Franken erzielt das Unternehmen mit LEDLeuchtmodulen, die in Autoscheinwerfer eingebaut werden. Asetronics beliefert als sogenannter Automobilzulieferer im zweiten Glied Leuchtenhersteller, die ihrerseits Zulieferer von bekannten Automarken wie Audi, BMW, Daimler und Porsche sind. Auch hier besteht viel Potenzial. Die Unternehmensleitung erwartet, dass in Zukunft auch Mittelklassewagen mit LED-Lampen ausgestattet werden, die je nach den Verhältnissen, die auf der Strasse herrschen, leuchten. Eine weitere Produktegruppe sind Leuchten für Zahnärzte und Operationssäle. Diese vertreibt das Unternehmen unter dem Markennamen ASE Light über 65 Importeure weltweit.

HaagStreit ist eingestiegen

Für alle diese Anwendungen braucht es Wissen über elektronische Steuerungen und über LED-Licht-Anwendungen, was die Kernkompetenzen von Asetronics sind. Das Unternehmen ist aus einem Bereich der Ascom hervorgegangen. André Maurer hat es im Jahr 2004 zusammen mit dem Management und Investoren übernommen. Neben dem Management ist heute die Könizer Medizinaltechnik-Gruppe Haag-Streit Grossaktionärin des Unternehmens. Trotz der «erheblichen Belastung durch den starken Franken» ist Maurer überzeugt, dass das Unternehmen auch in Zukunft ein überdurchschnittliches Wachstum erzielen wird. Die Lichter sollen am Standort Bern noch lange nicht ausgehen.

Quelle Berner Zeitung 29. September 2016, Stefan Schnyder, Bilder Andreas Blatter

 

 

 

 

Im Beitrag der Sendung „Einstein“ des Schweizer Fernsehen, zeigt Asetronics wie die Qualität Licht emittierender Dioden, kurz LED genannt, rasante Fortschritte macht. In den Bereichen Medizinal-, Arbeitsplatz- und Aussenleuchten realisiert Asetronics innovative Lösungen, die Vorteile der LED Technologie nutzen.